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Elektro-Fahrzeuge sind nicht zukunftsfähig Mit altbekannten Argumenten wird insbesondere gegen Elektro-Fahrzeuge intrigiert. Dabei scheut man sich nicht, auf Halbwahrheiten oder längst überholte Daten zurückzugreifen. Es gibt kein vernünftiges Speichermedium. Ein Argument ist: Die heute verfügbare Akku-Technik verfüge über zu wenig Energie-/Speicherdichte, sei unsicher und viel zu teuer. Verschwiegen wird hier, dass die Bleiakku-Ära längst vorbei ist. Stand der Technik sind Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien in Nanophosphat-Technologie oder ausgestattet mit flexiblen keramischen Separatoren. Sicherheitsprobleme sind Schnee von gestern. Alleine innerhalb der letzten 5 Jahre hat sich in der Lithium-Ionen-Akkutechnologie die Energiedichte verdoppelt, die Maximalleistung verfünffacht und die Ladezeiten liegen mittlerweile im Minutenbereich (so kommt z.B. die heutige Lithium-Eisen-Phosphat (LiFe-PO4)-Batterie, mit halb so viel Lithium aus, kann nicht in Brand geraten und lässt sich zu 90% in wenigen Minuten laden). Dass diese Technologie momentan noch ihren Preis hat, liegt weniger an unbezahlbaren Rohstoffen als vielmehr an einfachen betriebswirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. (siehe oben *) Für den Langstreckenbereich nicht geeignet. Wie stark das Denken der ´alternativen Szene´ und vieler Technikberichterstatter von der konventionellen Automobilwirtschaft indoktriniert ist, zeigt beispielhaft die Diskussion um die Reichweitenproblematik. Hier werden abenteuerliche Vorschläge gemacht: Elektro-Fahrzeug als Erstauto für die Stadt, fossil befeuertes Zweitfahrzeug für längere Strecken. Größere Batterie im Anhänger für Langstreckenfahrten u.s.w. Vorausgeschickt werden sollte, dass schon heute in der Gewichtsklasse bis 600 kg Fahrzeuggewicht, Reichweiten von mehr als 400 km für Elektro-Fahrzeuge erreicht werden. Die grundsätzliche Frage lautet jedoch, weshalb immer wieder diese Verengung der Perspektiven und Lösungskonzepte? Wer bestimmt denn, dass es von Anfang an ein reines Elektro-Fahrzeug-Konzept sein muss? Verschiedene Übergangsvarianten sind denkbar. So könnten in der Einführungsphase Elektro-Fahrzeuge mit einem Kompaktmodul ausgerüstet werden. Hier treibt ein Schuhkarton kleiner, im optimierten Leitungsbereich arbeitender, Verbrennungsmotor einen Generator an, der nur die Batterie lädt. Das gesamte Kompaktmodul ist Stand der Technik und passt, inkl. 20 l-Tank, locker unter den Rücksitz. Ein klassischer Serien-Hybrid. Oder man könnte die Deutsche Bahn einspannen. Diese würde sich über den neuen Geschäftsbereich „Hucke-Pack-Elektro-Fahrzeuge-Transport“ bestimmt freuen, brächte dieser doch kontinuierliche Einnahmen. Einzige Vorgabe für einen schnellen Be- und Entladevorgang der ICs: Querparkgröße und Verbleiben (im geliebten) Kleinwagen während der Fahrt. Es muss erst noch geforscht werden. Der ganze Elektro-Fahrzeug-Technologiesektor sei noch viel zu jung, da müsse erst noch viel geforscht werden, bis man von einem ernstzunehmenden Fahrzeugtyp sprechen könne. Da haben wohl einige nicht richtig zugehört: „Wir sehen im Elektromotor die tatsächlich langfristige Antriebslösung, mit der auch strengste zukünftige Emissionsvorschriften erfüllt werden können" (Dr. Klaus Egger, Mitglied des Bereichsvorstandes von Siemens VDO Automotive). Und zur Klimatechnologie im Allgemeinen: „Ein Großteil der nötigen CO2-Einsparungen ist bereits mit heutiger Technik möglich“ (Dr. Norbert Aschenbrenner / Technikvorstand der Siemens AG). Die von der konventionellen Automobilwirtschaft bis dato unterlassenen, eigenen Forschungsanstrengungen (im Bereich Elektro-Fahrzeuge, Kompaktmodule, Akkutechnik) werden durch virtuosen Einsatz der Medien (über-)kompensiert. Noch schaffen es Teile der Automobilindustrie mit greenwashing-Projekten und unbeschwertem Ankündigungs-aktionismus den eigenen Entwicklungsrückstand zu verdecken. Die Frage ist nur: Wie lange noch?
Elektro-Fahrzeuge gebären Kohlekraftwerke Wenn alle Argumente gegen Elektro-Fahrzeuge entkräftet wurden, wird die „Aber wo soll all der Strom herkommen? – Karte“ gezogen. Bedauerlich, dass auch viele ´Alternativler´ hier einknicken. Dabei ist die Palette der Lösungsansätze groß. Zu favorisieren ist sicherlich die Contracting-Variante, da sie die regionale Wertschöpfung fördert und dem Ziel dezentraler Energieerzeugung und Verteilung dienlich ist. (siehe oben) Aber auch „Dezentralisten“ können bedient werden. So hat Prof. Dr. H. Berger von der FH Joanneum in einer vielbeachteten Studie errechnet, dass bereits eine Fläche von 12 x 12 km Fotovoltaik-Fläche in der afrikanischen Wüste ausreichen würde, um den Strom zu erzeugen, den der gesamte – auf Elektro-Fahrzeuge umgestellte – Autoverkehr in Österreich benötigen würde.
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Und es geht doch - Fossil befeuert ist Technik von gestern Als Projektentwickler im Bereich der reg. Energien und nachhaltiger Mobilität können wir einigermaßen fundiert beurteilen, was heute (bzw. seit längerem) möglich ist. Bereits im Jahr 2001 organisierte WPC das erste und bislang einzige Symposium zum Thema "Machbarkeit eines 1-Liter-Autos" (Koveranstalter: Evangelische Kirche). Hier traf sich alles was Rang und Namen hat (von Tomforde, dem Vater des ´smart´; Prof Luers, ehemals EDAG Vorstand, Lastenheft E-Car Hotzenblitz, ehemals VW do Brasil; über Entwickler von alternativen Antrieben bis hin zu den Greenpeace-Projektleitern des 3-Liter-SMILE). In einer der Arbeitsgruppen wurde ein Grobkonzept für eine Projektrealisierung entwickelt. Im Nachgang zu dieser Veranstaltung kam es zu weiteren Treffen, auf denen dieses Grobkonzept verfeinert wurde, Analysen angehängt und Konzeptalternativen dazu kamen. Zudem meldeten sich verschiedene Personen, die an verantwortlicher (Entwicklungs-)Stelle in deutschen Automobilkonzernen arbeiten. Bereits 2002 konnte so eine Blaupause fertig gestellt werden, die zum einen, leicht modifiziert, in einen EU-Forschungsantrag einfloß, zum anderen Basis der Kontaktaufnahme zu Tata Motors werden sollte. Die Blaupause beschrieb ein Fahrzeugkonzept, welches von fünf entscheidenden Merkmalen bestimmt war (und in groben Zügen heute noch ist):
Im Dezember 2004, wurde von der WPC-Tochter BnM über den Forschungspolitischen Sprecher der GRÜNEN (den Bundestagsabgeordneten Herrn Fell), beim größten Autohersteller im indisch/chinesischen Raum, der indischen Firma Tata Motors, ein Hybrid-Kleinfahrzeugexposé (´Kurzversion´ der Blaupause) auf Pflanzenölbasis eingereicht. Die Reaktion des Tata Vorstandes war erfreulich und zugleich ernüchternd: „Sehr interessant, hervorragendes Konzept, wir würden gerne mehr sehen“. Leider waren die Anforderungen der beiden Vertragsseiten (Tata: umsonst und alles - WPC/BnM: nur gegen Bezahlung und vertraglich garantierten Rechteschutz) für eine Vertiefung nicht kompatibel. Im März 2005 wurde dieses Exposé über den Direktor des Central Salt & Marine Chemical Research Institute (Bhavnagar/Indien) Prof. Pushpito Ghosh (führender Fachmann für Pflanzenöl-Technologie in Indien) parallel dazu in die Politik eingespeist. Am 12.04.05 gab es - von Seiten der BnM GbR - ein Übernahmeangebot an die DaimlerChrysler AG in Sachen Smart (siehe auch Presseartikel dazu in den Stuttgarter Nachrichten vom 12.04.05). Zu Recht hatten zuvor die großen Fonds bemängelt, dass der Konzern, mit einer perspektivelosen Sanierungsstrategie weitere 1,2 Mrd. Euro ´verbrennen´ wird. Bedauerlicherweise nahm die DaimlerChrysler AG dieses Angebot nicht wahr. Denn hier hätte in der Tat die Möglichkeit bestanden, über ein zukunftsorientiertes Kleinwagenkonzept den Deutschen Automobilstandort nachhaltig zu stärken. Die Ergebnisse des Symposiums nebst Nachgangsaktivitäten kann man wie folgt - verkürzt - zusammenfassen: Bei extremer Teile- und Stoffgruppenreduzierung sowie Umsetzung eines (Serien-)Hybridantriebs (u.a. auf Pflanzenöl-, Ethanolbasis) ist ein sehr preisgünstiges ´1-Liter-Auto´ zu überschaubaren Entwicklungskosten jederzeit realisierbar.
Warum Komplettversorgung via erneuerbare Energien und das Elektro-Auto zusammengehören Im Nachgang zum von uns veranstalteten 1-Liter-Auto-Symposium (http://www.warnstorf-partner-consulting.de/html/nachhaltige_mobiliat.html#Start-Symposium) haben wir 2002 einen EU-RTD-Antrag zum Thema energieeffiziente KFZ-Technik eingereicht. Hierin haben wir dargestellt, dass bereits auf Stand der 2002 verfügbaren Li-Ionen-Akkutechnik - und die wissenschaftlichen Studien des MRETT (aus den 90er Jahren) berücksichtigend - eine systemstabilisierende Speichertechnik durch Nutzung von Elektrofahrzeug-Bordakkus zur Verfügung stehen könnte. Damit könnte man der fossilen Energiewirtschaft auch ihr letztes Verhinderungsargument aus den Händen nehmen. Diese beklagt sich nämlich über die schwankenden Einspeisungen der erneuerbaren Energien und leitet daraus die Untauglichkeit derselben ab. Fakt ist: die Angebote aus den erneuerbaren Energien sind schwankend (es weht nicht immer Wind, scheint nicht immer Sonne, etc.). Fakt ist aber auch, dass man bislang ganz bewusst die Entwicklung einer besonders nahe liegenden Speichermöglichkeit sträflich vernachlässigt hat. So hätte schon längst ein Schwenk auf Elektrofahrzeuge stattfinden können, welche bei konsequenter Nutzung mehr als genug (fahrende) Speichermasse (in Form der mitgeführten Akkus) geschaffen hätte. Abends kommen alle Elektrofahrzeuge ans Netz und nehmen auch den Strom auf, der z.B. per Windkraft in der Nacht erzeugt, aber eigentlich nicht benötigt wird. Tagsüber ermöglicht eine intelligente Steuerungssoftware eine partielle Rückspeisung ins Netz, wenn das was über die erneuerbaren Energien erzeugt wird, ausnahmsweise mal nicht reichen sollte.
Fakt ist:
Fakt ist aber auch: Die Nörgler, auch innerhalb der Szene, werden immer einen Weg finden, die Sache schlecht zu reden. Da wird aus den Problemen bei Tesla Motors das Versagen der gesamten Elektro-Fahrzeug-Branche konstruiert aber verschwiegen, dass man dort mit knapp 7000 Miniakkus experimentiert obwohl es mittlerweile nahezu gleich leistungsfähige Akkus als 36er Pack gibt. Da wird aus der Reichweitenproblematik die Unbrauchbarkeit geformt, weil man ideologisch verbohrt eine Serien-Hybrid-Variante (zumindest in der Startphase) grundweg ablehnt. Da werden abenteuerliche Preise für zukünftige Elektro-Fahrzeuge kolportiert, weil das Verständnis für einfache betriebswirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten fehlt. Dabei ist nur Eines wirklich sicher: Ohne politische Flankierung (u.a. eine Steuer, die CO2-Schleudern drastisch teurer macht) wird es nicht funktionieren, da der Mensch immer erst im Augenblick der Katastrophe und der eigenen Betroffenheit zur Besinnung kommt. Soll der Mensch weiterhin diese Welt bewohnen, muss man ihm wohl etwas auf die Sprünge helfen. Dazu müsste ein Paradigmenwechsel im Politik- und Bürokratiebereich stattfinden. An die Stelle überbordender Regulierungs- und Strangulierungsbürokratie muss eine Förderpolitik jenseits der Lobby vertretenen Großkonzerne treten. Kleine, hochinnovative KMUs müssen aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer/alternativer Konzepte unterstützt werden. Wer - wie bislang üblich - Fördermittel nur an die ´alte´ Automobilbranche und ihre Dinosaurierprodukte (Dienstwagenprivileg) ausschüttet, muss sich nicht wundern, wenn aus diesem Land keine Impulse mehr kommen (siehe Hybrid- und Elektrofahrzeug-Entwicklung). Sollte es die Politik schaffen, sich gegen die hemmende Lobbypolitik der konventionellen Automobilindustrie durchzusetzen und zu einer eigenen zukunftsfähigen Linie zu finden ist eine Neuorientierung möglich.
Wie wird das zukunftsfähige Automobil aussehen? Der Europäische - insbesondere deutsche - Automobilbau funktioniert in Ermanglung von Mut und Visionen nach dem Motto: Lasst uns noch was draufpacken - an elektronischem Firlefanz - und damit schaffen wir dann das vermarktungstechnische Unterscheidungsmerkmal. Insofern ist die Automobilindustrie aus innovationstechnischer Sicht ein Dinosaurier. Wo Stäbe von hochbezahlten und einst hochmotivierten Ingenieuren mehr als 15 Jahren lang versuchen eine Getriebesteuerung zu verbessern, ist Evolution per definitionem unmöglich geworden. Ist alleine das Andenken eines Elektrofahrzeugs ein Anschlag auf die entwicklungstechnische Lebensader des jeweiligen Automobil-Unternehmens. Hier würden bis in die Managementebene hinein Biographien atomisiert, denn ein Getriebe (und viele andere Teile) gibt es im (Elektro-)Auto der Zukunft schlicht nicht mehr. Deshalb gehen wir auch davon aus, dass eine wirklich zukunftsfähige Entwicklung im Automobilbau von außen kommen wird. Kleine, hochinnovative Ingenieurteams werden gemeinsam mit Fachleuten anderer Wissensbereiche die Blaupausen kreieren, die anschließend von großen Fondsgesellschaften oder anderen finanzkräftigen Playern (z.B. aus dem Energie- oder Computerbereich) zu Profitcentern gemacht werden. Das (Elektro-)Auto der Zukunft wird leicht sein - Leichtbau und die Entwicklung von Hochleistungsakkus werden den Automobilbau der nächsten Jahre prägen - und nur noch aus wenigen, hochkompakten Teilen bestehen. Das downsizing wird dem Slogan "back to mobility" folgen. Wo größere Reichweiten gefordert sind, ergänzt - bis zum Vorliegen der zweiten oder dritten Akku-Generation - ein einfaches Serienhybrid-Kompaktmodul [niedervolumige Verbrennungsmaschine/im mittleren Drehmomentbereich laufender Multifuel-Motor - optimal wäre Freikolbenmotor - mit direkt angekoppeltem Generator] den powertrain. Fazit: ein tatsächlicher Paradigmenwechsel ist möglich. Er muss ´nur´ (politisch) gewollt sein (Flankierung durch entsprechende Anreizprogramme wie in Frankreich, Holland, Dänemark, etc.). Die Investoren werden nicht lange auf sich warten lassen.
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